Der Monat Mai beginnt mit einem staatlichen Feiertag, dem internationalen Tag der Arbeit, und gleichzeitig für die Kirche mit dem Festtag des Hl. Josef, des Patrons der Arbeit. Im Mai feiern wir viele weitere kirchliche Feiertage, wie Christi Himmelfahrt, Pfingsten und auch Fronleichnam. Der Monatsname Mai stammt wahrscheinlich aus der römischen Zeit und ist der Göttin der Fruchtbarkeit gewidmet. Ihr Name heisst auch „Bona Dea“, Gute Göttin, die auf den Feldern und Wiesen alles spriessen lässt. Im Monat Mai verlagert sich das Leben wieder nach draussen. Die Temperaturen sind beständiger als im April und das leuchtende Grün, das überall die Natur überzieht, macht gute Laune.
Tanja Frick hat mit ihrem Meditationsbild für den Monat Mai wunderbar zum Ausdruck gebracht, wie der Monat Mai uns daran erinnert, dass die Schöpfung Gottes ein wunderbares Geschenk an uns Menschen ist. Der heilige Bonaventura schreibt: „Wer durch den Glanz der geschaffenen Dinge nicht erleuchtet wird, ist blind; wer von ihrem lauten Rufen nicht erwacht, ist taub; wer ob all dieser Schöpfungen nicht lobt, ist stumm; wer aufgrund dieser Zeugnisse den ersten Ursprung nicht erkennt, ist ein Tor.“
Wenn wir in der Natur sind und Gottes gute Schöpfung betrachten und auf uns wirken lassen, dann begegnen wir nicht nur der Grösse und Allmacht Gottes, sondern wir stossen auch auf seine Güte, seine Freigebigkeit und Grosszügigkeit. Die Samen, Blumen, Pflanzen, Früchte, die Farben und Formen, Tiere aller Art, Fische, Vögel, Insekten in vielen Variationen – all das zeigt uns wie Gott verschwenderisch mit seiner Güte umgeht. Die Mutter mit ihrem Kind in inniger Umarmung zeigt auf, wie Gott uns mit seiner Schöpfung und durch sie sagt: Wie eine Mutter tröstet, so will ich euch trösten (Jesaja 66,13). In einem Gedicht von M. Lang-Sommer heisst es:
Alle Worte, alle Winde, aller Himmel leuchtend Blau,
alle Blätter, die mir rauschen, alle Wiesen, Feld und Au,
alle Stimmen, hoch und nieder, aller Vögel Lobgesang,
alles Summen, alle Lieder und der Bäche heller Klang,
alles, alles, was ich sehe mit den Augen, mit dem Herzen,
alles, alles, was ich fühle, Freude, Wonne, Glück und Schmerzen,
alles strömt aus deinen Händen, alles lebt von deiner Macht.
alle Sonnen, Mond und Sterne und die Stille in der Nacht.
Alles lebt von deiner Liebe, Erd und Himmel, Mensch und Tier.
Und ich stehe, staune, lausche. Und dann dank ich – dank ich Dir.