Neophyten

Invasive Neophyten

Bei Neophyten handelt es sich um standortfremde Pflanzenarten. Invasive Neophyten haben in ihrem neuen Lebensraum keine natürlichen Konkurrenten oder (Fress-)Feinde. Sie sind deshalb den einheimischen Pflanzen überlegen.


 

Hauptmerkmale invasiver Neophyten

Die Hauptmerkmale invasiver Neophyten sind:

  • hohe Samenproduktion,
  • schnelles und effizientes Wachstum,
  • hohe Toleranz gegenüber Störungen,
  • hohe Anpassungsfähigkeit an wechselnde Umweltbedingungen.

 

Probleme

Aufgrund ihrer artspezifischen Eigenschaften können invasive Neophyten verschiedene Probleme verursachen:

  • wirtschaftliche Schäden, z. B. durch den Unkrautdruck in landwirtschaftlichen Kulturen oder den erhöhten Pflegeaufwand von Parkanlagen,
  • Schäden an Bauwerken, z. B. durch die Ausbildung von Gebäudeschäden oder die Beeinträchtigung der Stabilität von Böschungen,
  • ökologische Schäden, v. a. durch die Verdrängung einheimischer Arten und die Veränderung von Ökosystemen,
  • Gefährdung der menschlichen Gesundheit, z. B. durch die Auslösung von Allergien der Atemwege oder Verbrennungen der Haut,
  • mögliche Gefährdung von Haus-, Nutz- und Wildtieren, z. Bsp. durch Vergiftungen bei Neophytenfrass.

Die invasiven Neophyten stellen nach Ansicht von Biologen die zweitwichtigste Bedrohung der Artenvielfalt dar, gleich nach dem Lebensraumverlust.


 

Herkunft

Die invasiven Neophyten stammen insbesondere aus dem asiatischen Raum, Nordamerika und dem Mittelmeerraum. Die gewollte Einführung von Neophyten umfasste insbesondere den Import für den Gartenbau. Etwa die Hälfte der Neophyten wurde dagegen unbeabsichtigt eingeschleppt, beispielsweise als Verunreinigung in Saatgut von Kulturpflanzen sowie als Verschmutzung von Waren oder Verkehrsmitteln.


 

Verhaltensregeln

  • Pflanzen Sie ausschliesslich einheimische Arten.
  • Entfernen Sie invasive Neophyten rechtzeitig. Massnahmen wie Jäten, Schneiden und Ausgraben müssen meist über Jahre wiederholt werden.
  • Entsorgen Sie Topfpflanzen und Grüngut nicht in der freien Natur.
  • Entsorgen Sie Pflanzenmaterial invasiver Neophyten ausschliesslich im Kehrichtsack.
  • Entsorgen Sie allfällig verschmutztes Aushubmaterial auf einer Inertstoffdeponie.
  • Melden Sie sich im Zweifels- oder Verdachtsfall bei den verantwortlichen Personen von Gemeinde und Amt für Umwelt.

 



Aktuell relevante Arten im Gemeindegebiet Mauren-Schaanwald


 

Asiatische Staudenknöteriche

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Vorkommen:

  • Uferbereich von Gewässern
  • Waldränder, Hecken
  • Strassen- und Eisenbahnböschungen
  • Schuttplätze
  • Gartenanlagen

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Verursacht eine biologische Verschmutzung des Bodens (Wurzeln, Rhizome)
  • Beschädigt Bauten und Anlagen
  • Beeinträchtigt die Stabilität von Böschungen (Fliessgewässer)



 

Drüsiges Springkraut

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Vorkommen:

  • Wasserläufe
  • Rietgebiete
  • Waldschläge
  • Ruderalflächen

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Beeinträchtigt die Stabilität von Böschungen (Fliessgewässer)



 

Einjähriges Berufkraut

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Vorkommen:

  • Ruderalstandorte entlang von Strassen, Bahngeleisen und Fliessgewässern
  • (extensive) Wiesen und Weiden

 

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten



 

Essbares Zypergras (Erdmandelgras)

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Vorkommen:

  • Vorwiegend in offenen Hackfruchtkulturen wie Mais und Kartoffeln

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Lästiges Ackerunkraut mit Potenzial für grosse Ertragseinbussen



 

Essigbaum

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Vorkommen:

  • Vorwiegend trockene Standorte
  • Insgesamt geringe Standortansprüche

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Verursacht eine biologische Verschmutzung des Bodens (Wurzeln, Rhizome)
  • Sämtliche Pflanzenteile sind giftig, v.a. der Milchsaft



 

Goldrute

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Vorkommen:

  • Waldlichtungen
  • Wegränder
  • Strassen- und Bahnböschungen
  • Ruderalstandorte, Naturschutzgebiete

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten



 

Götterbaum

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Vorkommen:

  • Trockene Standorte wie Schuttstellen, Mauern, Rabatten, Gartenanlagen
  • Wald
  • Gebüsche

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Verringert Stabilität und Schutzfunktion des Waldes
  • Beschädigt Bauten und Anlagen
  • Verursacht allergische Hautreizungen



 

Riesenbärenklau

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Vorkommen:

  • Waldränder
  • Weg- und Strassenränder
  • Uferbereich von Gewässern

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Verursacht Hautentzündungen mit starker Blasen- und Narbenbildung
  • Beeinträchtigt die Stabilität von Böschungen (Fliessgewässer)



 

Robinie (Falsche Akazie)

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Vorkommen:

  • Trockene Standorte
  • Weg- und Strassenränder
  • Schuttplätze

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Rinde, Samen und Blätter sind giftig



 

Sommerflieder

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Vorkommen:

  • Offene Pionierstandorte wie Waldschläge, Schuttflächen, Bahnböschungen, kiesige Flächen

Probleme:

  • Verdrängt einheimische Arten
  • Dient nur wenigen anspruchslosen Schmetterlingsarten als Nahrungsquelle



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Info

Weitere Informationen über Neophyten

Patrick Marxer, Werkhofmeister, M +423 792 22 35 

Neophytenstandorte FL (Geodatenportal) 
Neobiota im FL (Amt für Umwelt) 

Fotos zur Verfügung gestellt von Info Flora.

Info

Invasive Neophyten auf Grundstücken bekämpfen

Der Begriff Neophyten leitet sich aus den griechischen Wörtern "neos" und "phytos" ab und heisst wörtlich übersetzt "neue Pflanzen". Gemeint sind damit alle nach dem Jahr 1492 (Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) absichtlich in fremde Länder eingeführten oder unabsichtlich verschleppten Pflanzen. Unter invasiv versteht man dabei, wenn die Pflanzenart entweder ökologische, ökonomische oder gesundheitliche Schäden verursacht.  

In Liechtenstein kommen aktuell ca. 20 verschiedene invasive, fremdländische Pflanzen vor. Dazu gehören z.B. der Riesenbärenklau, die Kanadischen und Spätblühenden Goldruten sowie der Japanische Staudenknöterich. Seit 2013 werden die Standorte dieser invasiven Neophyten im Internet erfasst und deren Verbreitung dokumentiert (Neophytenstandorte).  

Bekämpfungspflicht für gewisse Arten
Für gewisse Arten wie das Aufrechte Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) oder den Götterbaum (Ailanthus altissima) besteht eine Bekämpfungspflicht. Für alle anderen Arten gilt, dass sich diese nicht weiter unkontrolliert in der Natur verbreiten dürfen. Grundeigentümer, auf deren Liegenschaften Neophyten vorkommen, sind damit verpflichtet, jährlich die fortpflanzungsfähigen Pflanzenteile zu entfernen, um eine Vermehrung zu verhindern. Da dies mit einem grossen Aufwand verbunden ist, wird empfohlen die Pflanzen gleich ganz zu eliminieren und durch heimische Arten zu ersetzen.  

Liegenschaften regelmässig kontrollieren
Um geeignete Massnahmen ergreifen zu können, müssen die Problempflanzen zuvor erkannt worden sein. Daher wird jedem Grundeigentümer empfohlen, seine Liegenschaften regelmässig zu kontrollieren und beim Vorkommen unbekannter Pflanzen Informationen einzuholen. Das 2018 von der Regierung verabschiedete Neophytenkonzept mit den dazugehörigen Massnahmenblättern - einsehbar auf der Webseite des Amts für Umwelt - kann dabei eine wertvolle Hilfestellung leisten. Das Kontrollieren der Grundstücke lohnt sich auch in finanzieller Hinsicht: Je früher ein Befall entdeckt wird, desto einfacher und kostengünstiger lässt er sich auch wieder beseitigen. Ausserdem gilt es zu beachten, dass Neophyten den Wert eines Grundstücks mindern können.  

Neophyten richtig entsorgen
Entsorgt werden können die Neophyten über den Hausmüll in der Kehrichtverbrennungsanlage in Buchs oder bei verholzten Pflanzen über die Nutzung in einer Hackschnitzelheizung. Die Gemeinde Mauren bietet den Einwohnerinnen und Einwohnern aber auch auf der Grüngut-Sammelstelle bei der Deponie Langmahd die Möglichkeit Neophyten in einer eigens dafür aufgestellten Mulde zu entsorgen. Auf keinen Fall dürfen die Neophyten kompostiert werden, da dadurch eine Weiterverbreitung nicht restlos ausgeschlossen werden kann.