Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Spetzabüeler(Mauren) 530 m;, 759,55 - 232,42, 6-F

Beschreibung

Steil ansteigender Abschnitt der Strasse namens Krummenacker am Hang nördlich über dem Dorfzentrum, westlich beim Bachofa, früher Acker und Weinberg.

Historische Belege

1698* Spiczenbühler (LUB I/4; S. 482): "Ein halb tagman auch im oxener genant der ~, stost an die strass"

1698* Spizn bieler (LUB I/4; S. 517): "Ein Tagmann ackher genant der ~ stost hinden an die gassen"

1700* Spiczenbühler (LUB I/4; S. 517): "mehr alss ein tagman ackhers ... vndt der ~ genent wirdt"

1700* Spitzenbüchler (LUB I/4; S. 517): "~ Weingarthen ..."

1726 Spitzenbühler (AS 2/5; fol. 134r, Z 17): "... Weingart-Bethle, ... dz andere im ~ gelegen."

1731 Spizen Büeler (AS 2/7; fol. 5r, Z 10): "... ein weingarten beth in dem ~ ..."

~1745 spizer buler (RA 64): "... Ein blezli wingarten in ~"

1777 Spitzebühler (AS 2/14; F 99r, Z 18): "Ein Stúck Weingarten im ~ ..."

1789 Spitzenbühl( e) r (AS 2/21; fol. II 15v, 4. Sp. Z 4): "Ein Stuck Weingarten im ~."

1795 Spitzenbüeler Weingarten (RA 7/4/29; S. 10, Z 28): "Der erste Hollenhof ... bestehet ... 13tio: Aús einem Stückle der sogenannte Backofen, stoßt ... gegen Berg an den ~ ..."

Bisherige Nennung

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Volkstümliches

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Deutung

a) Vermutlich zu dem in Mauren bezeugten Familiennamen Pitschi bzw. Bitschi: *Pitschen Büel, mit Teilagglutination des Artikels (*[de]s Pitschen Büel > *s Pitschen Büel > *Spitschen Büel) und metathetischer Umstellung /spit̜s¼n/ > /̜spits¼n/ in Anlehnung an alem. Spitz m. 'Spitze', welches sich durch die Geländeform allerdings anbietet. Formal ist -büeler elliptische Bildung mit mask. er-Ableitung zu -büel m. 'Hügel'. Aufgrund der Belegkontexte kommen als abgegangene Grundwörter vorrangig Acker und Wingert in Frage. Also 'Acker bzw. Weinberg beim Hügel einer Person oder Familie namens Bitschi'. In unmittelbarer Nähe zum Spetzabüeler befindet sich übrigens die Flur Betsche, in deren Namen ebenfalls der Familienname Bitschi steckt.

b) Formal passend wäre auch Zusammensetzung mit dem in der Nachbarschaft Liechtensteins (so in Grabs) altverbürgerten Familiennamen Spitz. Also: 'Acker bzw. Weinberg beim Hügel einer Person oder Familie namens Spitz'.

c) Oder zum Adjektiv spitz 'spitzig, mit einer Spitze versehen, zugespitzt'? Also: 'Acker bzw. Weinberg beim spitzigen Hügel'? Das Adjektiv spitz, welches nach Id. 10, 677 vor allem im westlichen und südlichen Bereich des schwd. Sprachraums heimisch ist, tritt zumindest heute bei uns völlig hinter spitzig, mda. /̜sp̀“ts—g/ zurück. Zu seinem Vorkommen in Ortsnamen siehe auch Id. 10, 689ff. s. v. Spitz m.