Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Schaanwald(Mauren) 450 - 540 m;, 761 - 231, 7/8-G/H

Beschreibung

Fraktion der Gemeinde Mauren mit eigener Kirche, zwischen Riet und Maurerberg, mit Zollstation an der Landesgrenze zu Österreich (Gemeinde Feldkirch).

Historische Belege

vor 1384 Schanwald (LUB I/3; S. 159): "... ab ainem clainen hof in dem ~"

vor 1384 Schanwald (LUB I/3; S. 160): "geltz ... ab ainer wysen in dem ~"

1390 Schanwald (LUB I/5; S. 637): "... daz gebirg herwider vsswert zwúschent der jll .ob galmist hervss vntz an den ~ zem Ṙabgir ..."

1391* Schanwald (LUB I/3; S. 498): "von dem selben bach das gepirg her wider vswert zwischen der Jll ob Galmist heruz vntz an den ~ zem Ṙabgir ..."

1399-1402 Schanwald (LUB I/3; S. 209): "vndrenthalb dem ~ an dem Eschnerberg jn walġo"

1401* Schanwald (LUB I/4; S. 147): "was zwischen dem ~ und St. Lucij Staig gelegen"

1413* Schannwald (LUB I/3; S. 235): "wis ... vnd ... ḣoflin ... gelegen jm ~"

1422 Schanwald (GAG U 1; Z 4): "... vnd ovch im ~ in holtz vnd in velde wegen."

1422 Schanwald (GAE UB 103; S. 103, Z 27): "... Ir stösß únd wnen únd waide Im Schanner Ried únd Im ~ in holtz nd In welde wegen ..."

1481 schanwald (GAG U 2; Z 15): "... in dem ~ z nechst oberhalb des Richs strauss ..."

1. H. 16. Jh. Schanwald (LUB I/2; S. 325): "ab dem mad in Endler meder gelegen, stost an der obren sitten an ~, zu der vndren sitten an des Kybars mad, zu der drytten an die almain jm riett, zu der fierden an das mad, das mit Hantili vnd Sentina jn wechsel gat."

1. H. 16. Jh. Schanwald (LUB I/2; S. 341): "... wyssen jm ~ gelegen, stost .. an Hainrich Marxer, abwert an das riett, ... an die koffluit vnd an die Scḣoni."

1506 Schain Wald (GAM 618; fol. 1r, Z 19): "... do Sÿ in den ~ kúmen ..."

1514 ~ Schanwald (U 45, fol. 4v, Z 6): "Lienhart Beder jm ~ ..."

1515 Schönwald (U 1515/9/6; Z 15): "Dann des anndern spans im ~ so sich haltet der märckhen vnnd des vorsst vnnd wildpans halben zúm Schmeltzhof als zwischen der Herrschafft Veltkirch aúch der Herrschafft Vadútz vnd Schellennperg ..."

1568 Schanwald (GAE III/18; Z 26): "... gegen ~ wert ..."

1603 Schanerwaldt (GAP U 5; fol. 3a, Z 1): "... In Zwo Marckhen gegen ~ ..."

1603 Schanerwaldt (LUB I/4; S. 202): "jn zwo Marckhen gegen ~"

1604 Schanwaldt (RA CXLV 1602-1605; fol. 31v, Z 20): "... Im ~ ..."

1606 Schanwaldt (PfABe U 31; Z 8): "... Bündt zue Gambrin ... gelegen, stost gegen dem ~ an die Landtstrass ..."

1613* Schanwald (GAE II/150; fol. 1r, Z 8): "Die Land-Marcken der Herrschafft Schellenberg facht ahn ... zú oberst in dem ~ in der Hohen Braitten Riffe ..."

~1618* Schanwaldt (LUB I/4; S. 332): "zwischen dem ~ vndt Luzis-Staig"

1640 Schan Wald (PfAE U 3; Z 4): "... consecravimus [Bischof Johannes von Chur] Capellam in Nendlen in ~ ..."

1649 schan waldt (Pfäf 22/8; fol. 1v, Z 11): "... ain stuckh auff Rossen büel stost ... gegen dem ~ an ainer gnedigen herschafft guet ..."

2. H. 17. Jh. Schan Waldt (PfABe LB 1682; S. I 62, Z 16): "... ab einem Weingärtlin des Kochs wingertlin genant, so ... gegen ~ an Andreaß Dieterichs wingarth [stosst]"

1652 Schanwaldt (GAM A/60; Z 6): "... Die Jenige fünff vnd fünffzich gemaine Thaÿl am ~ gelegen ..."

1656 Schanwaldt (GAR U 1; Z 8): "... gegen dem ~ ..."

1665 Schanwaldt (PfAM UJ 1665; fol. 10r, Z 7): "... Ein Weingarth bett im Thürren Weingarth genandt, stost ... gegen dem ~ an ..."

1667 Schanner Waldt (PfABe 28/31; fol. 2r, Z 9): "... Ein stückhlein Weingartten, so beÿ dem Lanngen ackher gelegen ... stosset ... gegen dem ~ aff die Lanndtstrasß ..."

1698* Schanwaldt (LUB I/4; S. 465): "fronwaldt in der gantzen herrschafft gelegen: alss der gross ~"

1698* Schanwaldt (LUB I/4; S. 462): "zú obrist in dem ~ in der hochen brait riffe"

1698* Schanwaldt (LUB I/4; S. 514): "Die Mühlen im ~ sambt hauss, stampf vnd Plewl."

1698* Schanwaldt (LUB I/4; S. 546): "Mannmadt in Löwis ... stossen ... gegen dem ~ an die Alte Eschen"

1700* schanwald (LUB I/4; S. 477): "gegen dem ~ an gn. Herrschafft gúeth vndt den Veldweingarten"

1700* Schanwald (LUB I/4; S. 547): "... Zünssen ab einem mad in ~ in Eschner Khilchspiehl gelegen"

1721 Schanwald (Heber-Karte)

1726 Schand-Wald (GAE II/49; fol. 1v, Z 2): "Andertens sollen die ..., dann der ~ von der Strass biß am Berg aúf sechs Jahr ein- únd in Bann geleget ... seÿn ..."

1792 Tschanwald (GAE UB 247; S. 248, Z 2): "unter der nehergestellten Landstraße im ~"

1798 Schanwald (GAM 611/1; fol. 1r, Z 5): "... die Maúer-Wiesen im ~ gelegen ..."

Bisherige Nennung

Bisherige Deutungen

Hopfner 1910, 178: Schaanwald.

Ospelt 1911, 95: Schaanwald, im - [im ̜ṡaw̠al].

Nipp 1924, 105: Schaanwald. Wohl Ableitung von Schaan. Die große Entfernung von Schaan aber führt auf den Gedanken, dass der Name dieser Ortschaft selbständig wäre, der Wald am ganzen Hang eben «der Wald am Wasser» seit alten Zeiten ist, und die [Ortschaft] ihren Namen vom Wald übertragen bekommen hätte. Es heisst nämlich nicht «i Schawald», sondern «im Schawald».

Vogt 1992, 234: Schaanwald. Ableitung von Schaan.

Volkstümliches

-

Deutung

Deutsche Verbindung von dt. Wald mit dem Ortsnamen Schaan, in der Bedeutung 'Wald bei (vor, hinter) Schaan'. Der Name dürfte sich älter auf den gesamten Waldkomplex zwischen Schaan und Schaanwald bezogen haben, also ähnlich wie etwa der Name Bregenzerwald ebenfalls einen ganzen Landstrich (dort das damals noch nicht urbarisierte hügelige Hinterland der Stadt) bezeichnete. Später, mit der Entstehung der Siedlung Schaanwald, zog diese den Namen gewissermassen an sich («die Häuser im Schaanwald»), und heute ist die einst weitere Ausdehnung des Namens Schaanwald niemandem mehr bewusst. Als ein Überrest der alten Waldbezeichnung konnte sich vermutlich Schafflet Gamprin (siehe dort) dank lautlicher Entstellung in unsere Zeit herüberretten. - Eine Übersetzung als 'Wald, der zu Schaan gehört' wäre sprachlich auch plausibel, scheint sich indessen historisch nicht stützen zu lassen. - Formal wäre allerdings *Schaanerwald zu erwarten (analog etwa zu Schaanerriet), wie es übrigens auch ganz vereinzelt in der Belegreihe auftaucht. Ganz anders etwa beim (analog konstruierten) Ortsnamen Triesenberg, der bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts praktisch nur in der suffigierten Form Triesnerberg belegt ist.