Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Pfandbrunna(Mauren) 450 m;, 760,110 - 232,410, 7-F

Beschreibung

Brunnen und an demselben vorbeiführende Strasse am nordöstlichen Dorfrand unweit der Landesgrenze, in der Binza. Der Strassenname wurde aufgrund der (älteren) historischen Belegformen festgelegt; eigentlich volkstümlich ist aber Sanktbrunna, das nun allmählich verdrängt wird. Örtlich identisch mit Sanktbrunna.

Historische Belege

1515 Phanntbr̀unen (U 1515/9/6; Z 21): "... erfaren, daz die marckh aús bemeltem ~ gat vnnd gen soll entwerchs hinaús in Ganndenstain vnnd vom Ganndenstain hinúmb hinúber in Gaempösch ..."

1613* Pfandt Br•unnen (GAE II/150; fol. 1r, Z 14): "... Marckstain, der da stett nder dem Schmelz Hof, nder dem Stall hinab, nder den Zan im Egg am Ried, da dannen in den ~, entzwerch hinas in Ganttenstein ..."

1650 Pfandtbrunnen (PfAM 18/1; Z 18): "... biß zum ~ ..."

1698* pfandtbr̀unnen (LUB I/4; S. 462): "vnder dem Zaún am Egg am ried, da dann in der ~, endtzwerch hinnaúss in gantenstain"

1698* Pfandtbrunnen (LUB I/4; S. 515)

1698* Pfandtbr̀unnen (LUB I/4; S. 545): "Der Weingarthen am ~ gelegen, stost an der Closterherren gúett vnnd an die Landtstrass."

1721 Pfandt Bru̠nen (Heber-Karte)

1725 Pfand-Br̀un (AS 2/5; fol. 96v, Z 12): "1 Stückle Heúgút beÿ dem ~ ..."

1734 Pfand Br̀unen (AS 2/7; fol. 59v, Z 27-28): "... dz Pritzen Madt beÿm ~ [stost] abwerts am Fahrweeg, aúßwerts an die Maúrer Algemeind, einwerts an die Landstraß ..."

1761 Pfandbrünnen (AS 2/21; fol. I 36v, 4. Sp. Z 12-13): "1 Weingarten bei den ~."

1779 Sandbr̀unnen (AS 2/14; F 99v, Z 2): "1 Weingarten beth ob dem ~ genannt, stößt gegen berg an die Gasß ..."

1779 Sandbr̀unnen (AS 2/21; fol. I 19v, 4. Sp. Z 10-11): "1 Weingarten ob dem ~ [stosst] ... Bergwärts [an die] Gaß."

1782 Pfandtbr̀unnen (AS 2/14; F 99v, Z 15): "Ein Stúck Weingarten im ~ ..."

1794 Pfandbronnen (AS 2/20; fol. II 16v, 4. Sp. Z 8): "... 1 Stuck W[ein]garten im ~"

Bisherige Nennung

Bisherige Deutungen

Ospelt 1911, 82: Pfandbrunnen, der - [d¼r pfandbr̀u̠na].

Schädler 1916, 118: Pfandbrunnen. Nach einer Sage trägt der Brunnen diesen Namen, weil hier ein gottloser Wucherer und Leuteschinder lebte.

LUB I/4, 462: Pfandbrunnen. Fremdes Vieh, das über den Grenzpunkt hinaus weidete, wurde gepfändet.

Volkstümliches

-

Deutung

a) 'Verpfändeter Brunnen'; 'Brunnen, der einst als Pfand diente'?

b) 'Brunnen an einer Grenze, jenseits welcher (das Weidevieh) gepfändet wurde'?

c) Siehe aber auch oben bei †Faum Brunnen.