Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Meschglamark(Mauren) 1140 - 1380 m;, 762,55 - 230,48, 9-H

Beschreibung

Leicht bewaldeter Grat am Maurerberg, südöstlich von Ob der Schlepfe, an der Landesgrenze zu Österreich (Amerlügen, Frastanz).

Historische Belege

1378 galmister mark (LUB I/3; S. 152): "tal ... daz man nempt daz samûnnen tal, vnd gt. daz selb tal, hindenan vntz den val, der die mark schaidet, Vnd den arlûgen her vs vntz an ~, vnd daz wasser genant der samûnn. hin ab vntz in die yll"

1698 Mistel Marckh (GAM 593; fol. 2r, Z 8-9): [die Grenze verläuft] bis in die aúf dem Gradt negst am Weeg befindtliche alte Zechendte also genannte ~ und von dieser Mistel Markh ... den Grad únd Höche nach ganz hinaúf bis zúe der Alp Sarÿen ..."

Bisherige Nennung

Bisherige Deutungen

Hopfner 1928, 17, 118: Gall-mist. CALLIS m. 'Pfad', oder lat. CALLES MIXTI, rom. calli misti 'Wegkreuzung'.

Frick 1952b, 51: Mischelmark.

Tiefenthaler 1968, 230: Mischgelmark. Mda. mischla, mischgla 'mischen'.

Vogt 1992, 231: erwägt für Galmist (Vorarlberg) lat. CULMEN + Suffix -ISTE 'Anhöhe am Bergübergang' oder eine Zusammensetzung mit lat. MEDIUS, rtr. miez 'in der Mitte'.

Berchtold 1997, 71: Mischelmark. Zu dt. mischla, mischgla 'mischen' und Mark f. 'Grenzgebiet'.

Volkstümliches

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Deutung

Enthält Galmist, den Namen eines direkt an den Schaanwald angrenzenden Weilers bei Tisis. Von einer Kurzform */-mi̜st/ oder */-mi̜sk/ (mit Ausfall der Vortonsilbe /g½l-/ nach der Verdeutschung) aus führte sie zunächst zu einem Ortsadjektiv */mi̜st¼r/ oder */mi̜sk¼r/, das in der Verbindung *Mischger Mark 'Grenzzeichen bei (Gal)mist' unserem Namen zugrundeliegt. Hier scheint sich infolge der lautlichen Nähe der Pflanzenname Mistel eingemischt zu haben, zusammen mit dem mundartlichen hybriden Pflanzennamen Mischgel: davon zeugen sowohl Beleg 1698 Mistelmark als auch heutiges /m̀“̜sgÆm̄ark/, auch /m̀“̜sgl½m̄ark/. In der genannten Form Mischgel sind die Bezeichnungen des Mistels (Viscum album L.) und der Mispel (Mespilus germanica L.) zusammengefallen (vgl. zu den beiden beim Volk oft vermischten Pflanzen Seitter 1979, 161 bzw. Seitter 1979, 260; vgl. auch Id. 4, 509 bzw. 540f., und Jutz 2, 423 bzw. 425). Eine volksetymologische Ablenkung nach mda. /m̀“̜sgl¼/ 'mische(l)n' (siehe oben Tiefenthaler) liegt zwar zumindest formal auch nahe, ist aber hier nicht mehr nötig. Wahrscheinlich verlief die Entwicklung, ausgehend von *Mischger Mark, über die Anlehnung an den Pflanzennamen zu Mischgel-, Mischgla- und Mistelmark. Zu Gallmist Feldkirch vgl. Berchtold 1997, 42.