Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Meldina(Mauren) 480 m;, 759,52 - 232,20, 6-F

Beschreibung

Wiesen, Häuser und Strasse im Dorf nordöstlich der Kirche, zwischen Herawingert und Peter und Paul Strasse, östlich der Schule.

Historische Belege

1665 Jmildina (PfAM UJ 1665; fol. 40r, Z 4): "... Ein Stückhle get in der ~ gelegen ..."

1667 Einmel Deinen (AS 2/2; fol. 35br, Z 20): "... ain stoúg gúoth Ein der ~ ge legen ..."

1698* Güldenen (LUB I/4; S. 517): "Ein halb tagmann ackher in der ~"

1698* Baldinen (LUB I/4; S. 481): "Ein halben Tagman ackher im ~"

1698* baldinen (LUB I/4; S. 481): "Ein hampferen im ~ stost an die landtstrass"

1698* Maldinen (LUB I/4; S. 477): "Ain ackherli in ~"

1700* baldinen (LUB I/4; S. 481): "~ ietzt Meldinen genant ..."

1700* Meldinen (LUB I/4; S. 481): "baldinen ietzt ~ genant..."

1700* Müldinen (LUB I/4; S. 517)

1724 Imildina (AS 2/5; fol. 88v, Z 5): "Item 2 Stückl in der ~ ..."

1725 Mildinen (AS 2/3; fol. 4r, Z 16): "Johann Hopp von Roggell verkaúfft ... sein Stücklein Heúgút in der ~ ..."

1727 Inel Dinen (AS 2/3; fol. 79v, Z 22): "Georg Haßler verkaúfft ... ein Stükhle gúeth oder Hampf Landt in der ~ gelegen ..."

1730 Mildinen (AS 2/6; fol. 89r, Z 27): "Ein baúm Höffstättlein in der ~ ..."

1745~ Mildine (RA 64): "... vnd 1 in der ~ Hew guet"

1777 Miltena (AS 2/14; F 99r, Z 13): "Ein Stúck Acker in der ~ genannt ..."

1779 Milldill (RA 7/4/20; fol. 4v, Z 32-33): "... aús einem Stückle Acker in der ~ ..."

1779 Miltina (AS 2/21; fol. I 14v, 4. Sp. Z 13): "1 Heúgút in der ~."

1795 Mildina (RA 7/4/29; S. 2, Z 7): "Der Häúslershof ... bestehet ... 4to: Ein Stück dito (Heüboden) in der ~ genannt ..."

Bisherige Nennung

Bisherige Deutungen

Ospelt 1911, 76: Mildina, in der - [i d¼r mildna].

Nipp 1911, 65: Mildina [i dr mildna]. Das Etymon ist unklar. MULTA 'Bannwald', oder evtl. vorröm.

Nipp 1924, 105: Mildina. Romanisch.

Nipp 1958, 87: Mildina. Suffix -INA, sonst unklar.

Volkstümliches

-

Deutung

Unbekannt. Ein Vergleich mit dem ungedeuteten Bündner Dorfnamen Muldain Vaz (vgl. RN 2, 760) scheint wegen des abweichenden Tonvokals in der Sprechform (Diphthong!) nicht statthaft, trotz ähnlicher Belegformen (wie 765 Moldene, ab 1237 mehrfach Muldins). - Ebenfalls fraglich bleibt wohl das rtr. (sutselv.) malada f. 'Most' (Hdwb. Rtr. 1, 452; vgl. auch RN 2, 742 s. v. Mal̀ada): liesse sich das Wort begrifflich noch mit den Dorfwiesen von Meldina (die sicher auch Obstbäume trugen) in Verbindung setzen, so scheint doch eine Ableitung auf -ina hier semasiologisch schwierig. - Von lat. M¬OLA 'Mühlstein' (REW 5641; RN 2, 206), ist das Verb rtr. mular 'schleifen, schärfen' abgeleitet. Zu ihm, genauer zu seinem Part. Perf., scheinen die Fälle Muledas Marmorera, urk. 1474 Molada Vicosoprano, Muläda Stampa zu gehören. Dazu stellt RN loc. cit. ohne Überzeugung den Namen Moladina (urk. 1310 Monedina) Mesocco. Vielleicht gehört schon er (namentlich mit Blick auf sein älteres -n-) ohnehin anderswo hin; für unser Meldina jedenfalls erscheint auch diese Fährte ziemlich wenig aussichtsreich. Der Fall bleibt ungeklärt.