Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Mauren(Mauren) 472 m;, 759 - 232, 5/6-F/G

Beschreibung

Gemeinde im Liechtensteiner Unterland mit dem Dorf Mauren am Fuss des Eschnerbergs und der Siedlung Schaanwald am Maurerberg.

Historische Belege

882-896 campo Mauri (LUB I/2; S. 55): "alpe que uocatur in ~"

1045* Mura (LUB I/1; S. 48)

1178* Muron (LUB I/1; S. 60): "In ~ mansum"

1305 Mûre (LUB I/4; S. 34): "Curiam meam sitam in ~ in dem Oberndorf"

1318 Muren (LUB I/3; S. 40): "das ich ... den kirchsatz ze ~ ... han geben ze k™ofene rehte vnd redelich ..."

1319 Muron (LUB I/3; S. 263): "~, an Eschiner Berge"

1362 mvran (LUB I/5; S. 117): "... Ṁangins h™of ze ~ ..."

1363* Muran (LUB I/3; S. 293): "Des Häuslars hoff ze ~"

1363* Muran (LUB I/3; S. 293): "Item Des Richen veld ze ~"

1363* Muran (LUB I/3; S. 293): "Item Mängis hoff ze ~"

1363* murar (LUB I/3; S. 313): "Item Des Richen veld ze ~"

1363* Muran (LUB I/3; S. 313): "Item Mängins hoff ze ~"

1363* Murar (LUB I/3; S. 315): "Item Des Hüselers hoff ze ~ ..."

1363* muran (LUB I/3; S. 315): "Item Maingins hoff ze ~"

1363* Muran (LUB I/3; S. 315): "Item Des häuslers hoff ze ~ ..."

1369 Muren (LUB I/1; S. 252): "Anna, dicta Mayererbin de ~"

nach 1371 Muren (LUB I/1; S. 256)

nach 1371 Muren (LUB I/1; S. 256)

1382 M̞uran (LUB I/3; S. 62): "Habin ze k™ofent geben ... Vnsern aigenen kirchensatz ze ~ in dem dorf gelegen an dem Eschinerberg"

1382 Muran (LUB I/3; S. 62): "Wir habin ™och den obgenanten kilchensatz ze ~ mit allen rechten ... vffgeben"

1396 M̞uran (LUB I/2; S. 234): "mit ... Kathrinen Helwêrun von ~"

1. H. 15. Jh. Muren (LUB I/2; S. 345): "ab ainem wingarten, lit ze ~"

1425 mûren (GAE III/2; Z 3): "kirchspels ze ~"

1425 mûren (GAE III/3; Z 3): "kirchspels ze ~"

1485 muren (GAR U 14; Z 3): "... am áoschnerberg ze ~ ..."

1493 muren (GASb U 1; Z 2): "... Z ~ ..."

Ende 15. Jh. Muren (LUB I/2; S. 330): "... is funden Jörg Grauly, Morandt von ~."

1507 Muren (SchäU 21): "Kilchgenossen Z ~"

1508 muren (GAE III/16; Z 7)

1516 muran (Pfäf 6; Z 1)

1518 muren (SchäU 35)

1529 Maurach (SchäU 49): "... Hans Koffman von ~ ..."

1570 Mura (Pfäf 22/3; fol. 1v, Z 13): "... ein ackher zue ~ im Pfaltz veld genant der Weÿ akher gehört zum Thal ..."

1579 Muren (Pfäf 22/5; fol. 2v, Z 17): "... ain acker zu ~ in der sand gruob gelegen ..."

1584 Muren (U 56; fol. 34a): "... des Dorfs ~ ..."

~1600 Muren (LUB I/2; S. 342): "Michael Marxer von ~"

~1600 Muren (LUB I/2; S. 345): "2 bet, die gegen ~ an Jerg Fursten stossendt"

1615 Máuren (GAR U 21; Z 6): "... gegen ~ ..."

1648 Mûra (AS 1/1; fol. 5v, Z 2): "... die geschwornen zue ~ ..."

1665 Mauren (Pfäf 22/10; fol. 1r, Z 14): "... ackher zue ~."

1698* Màuren (LUB I/4; S. 465): "dreÿ pfarren, alss ~ ..."

1698* Màuren (LUB I/4; S. 490): "Ain hoffstättli zúe ~, stost an die landtstrass"

1700* Màuren (LUB I/4; S. 508): "gebrüeder zúe ~"

1721 Maurren (Heber-Karte)

1735 Mura (RA 54; fol. 1a): "... Maria Agatha Mattin gebürtig von ~ ..."

1748 Mauhra (PfAM 43/7; fol. 1r, Z 7-8): "... das Jus Patronatus der Pfarr ~ oder Muhra an Ottobeÿren ... abgetretten worden ..."

1748 Muhra (PfAM 43/7; fol. 1r, Z 7-8): "... das Jus Patronatus der Pfarr Mauhra oder ~ an Ottobeÿren ... abgetretten worden ..."

1750 Muren (U 82; Z 5): "... der Ehrbahre Johannes Joss Küöffer gesell von ~ gebürthig"

Bisherige Nennung

Bisherige Deutungen

Hopfner 1910, 180: Mauren. Mura ist Plural zu (lat.) MURUS, ahd. muron, 'Gemäuer'. Evtl. wegen der Überreste einer alten Keltenburg auf dem Gupfen- oder Schlosshügel.

Ospelt 1911, 74: Mauren [m̠ura].

Hopfner 1928, 158: Mauren. 'Gemäuer', vielleicht wegen der Überreste einer alten Keltenburg.

LUB I/2, 52ff.: Franz Perret identifiziert das in den St. Galler Urkunden des späten 9. Jhs. vorkommende campo Mauri mit Mauren; er verbindet den Namen mit einem Personennamen Maurus ("ein Maurus zu Rankweil im Jahr 825; Wartmann Nr. 259").

Stricker 1981b, 275: Mauren: Zu lat. MªURUS 'Mauer'.

Volkstümliches

-

Deutung

Unsicher. Vielleicht wirklich auf lat. MªURUS beruhend. Dieses liegt ja nicht nur den rtr. Formen zugrunde, sondern auch unserem dt. Mauer f., indem es über frühe Vermittlung ins Germanische gelangte, wodurch das althochdeutsche Lehnwort m̠ura entstand (Kluge 1989, 467). Im Falle unseres Dorfnamens ist sicher mit früher germanischer Einwirkung zu rechnen; jedenfalls entsprächen die älteren Belegformen keineswegs dem, was bei rein rätoromanischer Herkunft zu erwarten wäre. Gegen diese Feststellung liesse sich auch schwerlich einwenden, dass, wenn der Name deutsch sei, im Bewusstsein der Sprechenden auch die Verbindung mit dem Appellativ erhalten geblieben sein müsste - vielmehr lässt sich häufig beobachten, dass deutsche Namen (auch viel jüngere) sich im Laufe der Zeit ihrer natürlichen Beziehung zum Sachwort entfremden und dies auch durch grammatische Sonderbehandlung (etwa artikellosen Gebrauch) kundtun. - Vorläufiges Fazit: Die hier unterstützte Deutung des Dorfnamens bleibt weiter hypothetisch; formal immerhin lässt sie sich halten, und auch bedeutungsmässig wird nicht viel gegen sie sprechen.