Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Gampalütz(Mauren) 450 m;, 759,97 - 232,08, 6-F

Beschreibung

Wiesen und Häuser unter dem Dorf, am Rand des Maurer Riets, südöstlich unter der Hala und südwestlich des Speckemad.

Historische Belege

nach 1665 Gampalüz (PfAM UJ 1665; fol. 51r, Z 4): "... Einen ackher in ~, stosset ... gegen berg an die Allgemein ... gegen Schan an die Landtstraß ..."

1698* Gampel̀uz (LUB I/4; S. 516): "Ein stúckh in ~, stost abwerts an dz riedt, aúfwerts an die landtstrass, Einwerts an des Glarners riedtmadt"

1723 Gampelitz (AS 2/5; fol. 29v, Z 3): "Ein stúkh hewgúth in ~ ..."

1732 Gampen Leüth (AS 2/7; fol. 21v, Z 5): "... ein stúckh gúeth in ~ ..."

1757 Ganper Löez (GAS 40/48; fol. 1r, Z 21): "... ein stoúkh goúth in dem ~ genandt ..."

1760 Gamplitz (AS 2/21; fol. I 16v, 4. Sp. Z 1-2): "1 Acker in ~."

1766 Gampelütz G̀uth (AS 2/9; fol. 19r, Z 16): "... ein Stúckh Streüemad in Speckimad [stosst] aúfwerts an dz ~ ..."

1783 Gaml̀utz (AS 2/21; fol. I 94v, 4. Sp. Z 14): "1 Acker im ~ samt Streúemad [stosst] Rheinwärts [an] Fahrgaß, Bergwärts [an] Allg[emein] Ried."

1797 Gampel̀utz (AS 2/21; fol. II 66v, 4. Sp. Z 6): "1 Stuck Heúgút im osrm ~ [stosst] ... Rheinwärts [an den] Fúßweg, Bergwärts [an die] Gaß."

1803 Gamplitz (RA 14/2/14; fol. 1v, Z 2): "Ein Ried únterm Maúrer Ried im ~ gelegen."

Bisherige Nennung

Bisherige Deutungen

Ospelt 1911, 41: Gampelütz, in - [im gamp¼l̊uts].

Nipp 1911, 44: Gampelütz [im ǵamp¼l̊uts] n. Am einfachsten ist trotz des ü ein CAMPUS PALUDES (-DIS?). Sonst scheint sich (lat.) ªU in Liechtenstein noch nicht als ü, ( i) zu finden (vgl. Bartledura, Gafadura). Im Vorarlberg erscheint jedoch Palüd.

Nipp 1924, 105, 106, 108: Gampelütz. Rtr. camp + palüd 'Sumpfwiese'; lat. ªU war im Rätoromanischen schon ü oder ähnlich, bevor die Germanen im Unterland festen Fuss fassten.

Volkstümliches

-

Deutung

Artr. camp ( d') palüds 'Riedfeld, sumpfiges Feld': Ob von einer Mehrzahl palüds f. 'Sümpfe, Riede' oder von einem unetymologischen «Ortsnamen-s» auszugehen ist, bleibt offen; jedenfalls ist die auslautende Affrikate /-ts/ in den historischen Belegen (mit einer Ausnahme) konstant. Derselbe Namentyp lebt auch weiter in Chomps da la Palü Tarasp, ebenso in Gamplüt Wildhaus (dort ohne auslautendes -s und mit der für Teile Unterrätiens typischen Synkopierung des Zwischentonvokals: */ḱamp p½l̊ud/ > */ḱamp½l̊ud/ > /kamp'l̊ut/).