Orts- und Flurnamen

Ortsnamen von Mauren

Gaggalätsch(Mauren) 455 m;, 759,13 - 231,94, 6-G

Beschreibung

Wiesen und Häuser im Dorf, zwischen Quadera und Steinbös, leicht abfallend. Örtlich identisch mit †Kegelresbünt.

Historische Belege

1698* Gaschiletsch (LUB I/4; S. 478): "Ein stückhli im ~ stost an der herrschafft gúeth vndt an haiden büchel"

1698* g̀uettinetsch (LUB I/4; S. 524): "Ein Pindt am haimbgartten genant ~ stosset zúe zwaÿen seithen an die landtstrass"

1700* g̀uetinetsch (LUB I/4; S. 524): "an heimgarthen genant ~ im Dorff, ietzt Kögelriss pündt genant"

1726 Gaschiletsch (AS 8/3; fol. 21r, Z 10): [Einnahmen]: "Johann Ritter ~ ..."

Bisherige Nennung

Bisherige Deutungen

Ospelt 1911, 41: Gakalätsch [kakalŠt̜s].

Nipp 1911, 83: Kakkalätsch [im ka̡k¼l̀‰t̜s]. Endung -ACEU; das Etymon ist unklar: CUCCULLA, [RTR.] cagliA, oder gar COLLIS?

Nipp 1924, 105: Ggaggalätsch. Romanisch.

Volkstümliches

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Deutung

a) Wohl zu artr. curtinatsch m. 'grosser, nicht schöner Baumgarten'. (Die auch anderwärts bei curtin-Ableitungen anzutreffende Schreibung g̀uet- kann eine Reduktion der r-Artikulation vor Dental anzeigen; dazu Stricker 1974, 286f.) Die Entstellung zur heutigen Sprechform könnte, wofern nicht gänzlich willkürlich, über eine (noch romanische) palatalisierende Stufe /ḱur̛ciǹa̜c/ geführt haben, deren Entpalatalisierung nach der Verdeutschung hier einen Velar ergab (/̛c/ > /k/; der Fall ist nicht vereinzelt, man vergleiche etwa in Domat/Ems kim̀œ¾ m. 'Deichsel' < lat. TIMªONE, gegenüber surselv. timun, tgamun). Aus /kurkiǹa̜c/ schliesslich konnten leicht als isolierte Spielformen /kuk¼ǹŠt̜s/ > /k½k¼l̀Št̜s/ folgen.

b) Ein Eintreten auf die zweite Belegform /ǵa̜sil̀‰t̜s/ hat nach dem oben Dargelegten wohl a priori wenig Wahrscheinlichkeit. Rein sprachlich liesse sich eine Aufgliederung */ka + ̜sil̀‰t̜s/ vornehmen, woraus allenfalls eine alträtoromanische Nominalverbindung ca( sa) 'Haus' + saletg m. 'Weidengebüsch' herausgelesen werden könnte.