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| Mo - 30.08 (06:56) |
Leitwort unserer Pfarrei Mauren-Schaanwald für das Pfarreijahr 2010/2011
Liebe Pfarrgemeinde
Mit der Pfarreiwallfahrt nach Müstair am 26. August und dem Pfarreigottesdienst am 30. August 2009 haben wir einen neuen Abschnitt in unserem Pfarreileben begonnen, welches wir unter das Leitwort "Freut euch, wir sind Gottes Volk" stellten. Im Rückblick auf das vergangene Pfarreijahr und das Jahr der Priester durften wir immer wieder unsere Berufung als Volk Gottes erneut wahrnehmen und in guten, aber auch gerade in schweren Zeiten erfahren: "Unsere Freude am Herrn ist unsere Stärke". Das neue Pfarreijahr wollen wir unter das Thema "Effata - Öffne dich!" stellen. In dem neuen Taufritus hat dieser Ruf einen besonderen Platz. Der Zelebrant berührt die Ohren und den Mund des Täuflings und spricht dabei: "Der Herr lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf "Effata" dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes". Effata! Öffne Dich! Dieser Ruf, dieses Gebet steht also am Anfang unseres Christseins. Denn in der Art, wie wir miteinander umgehen, gleichen wir oft dem Taubstummen. Wir reden zwar viel, aber es ist oft Geschwätz, Small-Talk. Im Schwall der Worte merken wir gar nicht, wie wenig wir uns zu sagen haben. Für Taubstummheit gibt es heute noch ein anderes Wort, nämlich "Unverbindlichkeit". Da ist nichts, was uns verbindet. Jeder bleibt für sich. Wir sind oft taub und stumm gegenüber unseren Mitmenschen, auch wenn wir Ohren haben zu hören und eine Zunge zu sprechen. Wer taub und stumm ist gegenüber seinen Mitmenschen, der ist auch taub und stumm gegenüber Gott. Wir brauchen heute eine neue Kultur der Kommunikation, denn nicht nur jene, die mit Kirche und Glauben nichts zu tun haben, verhalten sich wie der Taubstumme, sondern auch jene, die die Kraft des Glaubens, die Freude am Glauben erlebt haben. Wenn wir anfangen, über die Freude am Glauben, über das Gute und Schöne an der Kirche zu sprechen, dann wird auch heute Jesus das Wort "Effata" sprechen. Denn das Wort "Effata" ist uns überliefert worden, weil es nicht als eine Zauberformel betrachtet wurde, sondern weil es das neue Heils-programm Jesu darstellt. Die Erlösung Jesu ist dort an ihr Ziel gekommen, wo wir in unserem persönlichen Umgang mit unseren Mitmenschen offen und aufmerksam werden, wo wir selber anfangen zuzuhören und zu sprechen. Denn wenn wir offen sind, sind wir Jesus ähnlich. Nichts ist für ihn bezeichnender als seine Offenheit für die Menschen in seiner Umgebung, für die Kinder, für die Ausgestossenen, für das Leben, und jeden Tag neu offen sein für den Willen Gottes. Wir Christen sollen den Mund aufmachen, am Arbeitsplatz, wenn man wieder über die Kirche herzieht, weil das zurzeit so "in" ist. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir sollen den Mund aufmachen für die, auf deren Stimme niemand hören will, die aber unsere Nächsten sind, für die Behinderten, die immer noch an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, für die Familien, die immer wieder politisch und finanziell benachteiligt werden, für die Kinder und Jugendlichen, die unsere Zukunft sind, für die alten und pflegebedürftigen Menschen, weil sie ein Recht haben, menschenwürdig behandelt zu werden, für Verarmte und Sozialschwache, dass sie die nötige Hilfe und eine angemessene Unterstützung erhalten.
Wir wünschen allen, dass das Wunder der Heilung geschieht, und aus Taubstummen Christen werden, die wache und offene Ohren haben zu hören, was der Heilige Geist sagt, und die einen Mund haben, der in Liebe die Wahrheit redet.
P. Anto Poonoly und Pfarreirat Mauren-Schaanwald
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